Yoga und Krebs - Weshalb gerade Yoga hilfreich ist und ich es gerne unterrichte

Yoga und Krebs - Weshalb gerade Yoga hilfreich ist und ich es sehr gerne unterrichte 



Wie bereits bekannt, unterrichte seit ca. 6 Jahren auch an Krebs erkrankte Menschen im Yoga. Begonnen habe ich als Vertretung meiner eigenen Yogalehrerin und dann habe ich in Vereinen und auch in Einzelstunden immer wieder mit dieser spezifischen Gruppe von Menschen im Unterricht zu tun gehabt. Ebenso mit MS Patientinnen, doch dazu an anderer Stelle mehr.

Aus diesem Unterricht und den vielen Begegnungen und Gesprächen mit den Menschen und meiner zeitweise ehrenamtlichen Tätigkeit in einer Selbsthilfegruppe eines Vereins für Krebspatienten und deren Angehöriger in Form von Kursangeboten, Beratung und Programmentwicklung, hat sich meine Interesse mit dieser Zielgruppe zu arbeiten, intensiviert.

Heute ist es mir ein Grundsatz, dass unabhängig welche Erkrankung ein Mensch hat, es immer wieder um die gleichen Themen geht. Die Erkrankungen, in denen die Endlichkeit des Lebens deutlich wird, wie  z.B. bei einer Krebserkrankung geht es darum zu erfahren und zu klären, wie das eigene Leben bisher gelebt und wertgeschätzt wurde. Zu erkennen und dafür zu sorgen, dass evtl. andere meine eigenen Kinder und meine mir wichtigen Dinge mit versorgen müssen. Das überhaupt evtl. andere Menschen mich versorgen müssen. Es geht auch darum, sich neu auszurichten. Sowohl in Bezug auf das, was die Erkrankung und die Folgen der Erkrankung mit sich bringt, als auch in Bezug auf Vergangenes und auf die Zukunft, wie immer sie aussieht. 

Es gibt Menschen, die mit der Diagnose Krebs ihr Leben komplett neu ausrichten und andere, die sich in Teilbereichen neu ausrichten. Was immer geschieht ist, dass das Leben als solches mehr oder anders geschätzt wird. Das es an „Wert“ gewinnt und das so manches aus dem bisherigen Alltag unwichtig wird.







Mein Job als Yogalehrerin ist nun ein Gespür zu entwickeln, was die Menschen an Ruhe, Kraft und Bewegung benötigen und Übungen, egal ob Pranayama, Asana oder Meditation noch mehr den Bedürfnissen anzupassen. Das geschieht sowieso im Unterricht, doch hier noch mal mehr, da die Yogapraxis immer auch einen Prozess der Heilung anstösst. Nicht, dass Yoga den Krebs stoppt. Nein, dennoch führt die Yogapraxis zu einem Prozess sich selbst zu erkennen. Und hier liegt ein Heilungspotential auf der psycho-emotionalen Ebene, der geistigen und auch der physiologischen Ebene. 

Was heißt das konkret?
Der Körper, der eine Erkrankung, manchmal unmerklich entwickelt hat, fühlt sich als Feind und fremd an. Es gilt also dem eigenen Körper wieder zu vertrauen und sich in der eigenen Haut wieder wohl zu fühlen. 


 Nach erfolgter Therapie und auch während der Therapie wieder ein Wohlgefühl herzustellen.


Trotz der Anstrengungen und Schmerzen und all den Folgen der Therapie, Ruhe und Gelassenheit entwickeln für   das was gerade ist. 


Eine „innere Stimme“ entwickeln, die es dir ermöglicht immer wieder zuerst an Dich selbst zu denken. Nur wenn es dir gut geht, kannst du dich um andere  kümmern und deinen Blick weiten.


Weite im Denken, Weite im Geist und Weite in den Gelenken herstellen. So kann sich Neues entwickeln. Z.B. die Erfahrung, dass auch ein Körper mit solch einer schweren Erkrankung Kraft und Entspannung verspüren kann. Die Entstehung von neuer Flexibilität des Körpers, kann zu Flexibilität im Geist führen.


Eine stabile, sich wiederholende Übungspraxis sorgt für Stabilität. Nur aus dieser  heraus kann sich Flexibilität entwickeln.


Wir erfahren, dass es immer möglich ist selbstwirksam zu leben, zu handeln und zu Sein.
dir gut geht, kannst du dich um andere kümmern und deinen Blick weiten.







In meinem Unterricht sorge ich dafür, dass all diese Dinge berücksichtigt werden und neue Erfahrungen möglich sind. Die kleinen Gruppen bieten Raum für individuelle Erfahrungen und Gruppenerfahrung. Es ist eindeutig das alle ein „Handicap“ haben und jeder arbeitet, lebt und geht damit in seiner Weise um. Zugleich geht es darum miteinander zu erfahren, wie schön es ist, sich selbst zu spüren und zu erfahren, wie gut es ist Gelassenheit zu üben und den Körper liebevoll bewegen zu können.

Ich liebe es zu sehen und zu spüren, wie nach einer gestressten Woche, mit Schmerzen und Unsicherheiten, die Menschen nach der Abschlussmeditation ruhig und friedlich, glücklich und zufrieden schauen und die folgende Woche beginnen. Dafür bin ich dankbar!


Das ist mein eigentlicher Lohn, mein Benefit aus dem Unterricht.

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